{"id":3375,"date":"2019-04-18T15:14:01","date_gmt":"2019-04-18T13:14:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.adberlin.com\/neu\/?page_id=3375"},"modified":"2019-05-14T17:20:03","modified_gmt":"2019-05-14T15:20:03","slug":"nicht-invasive-praenatale-tests","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.adberlin.com\/neu\/behindertenpolitik\/nicht-invasive-praenatale-tests","title":{"rendered":"nicht-invasive pr\u00e4natale Tests"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Bluttests zur Suche nach Chromosomenanomalien <\/strong><\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Seit Sommer 2012 gibt es Tests (z. B. den PraenaTest der Firma Lifecodexx), mit denen schwangere Frauen ab der 10. Schwangerschaftswoche durch Abgabe einer einfachen Blutprobe feststellen lassen k\u00f6nnen, ob ihr noch ungeborenes Kind eine Chromosomenanomalie, d.h. statt der \u00fcblichen 23 Chromosomenpaare ein zus\u00e4tzliches Chromosom einer bestimmten Sorte hat. Die bekannteste Chromosomenanomalie ist die Trisomie 21 (besser bekannt als DOWN SYNDROM), aber auch die Trisomie 18 bzw. die Trisomie 13 kommen relativ h\u00e4ufig vor.<br \/>\nNach einem auff\u00e4lligen Befund ist mit diesen Tests ein Schwangerschaftsabbruch noch innerhalb der 12-Wochen-Frist m\u00f6glich, f\u00fcr den zwar der Nachweis einer Beratung, nicht aber eine besondere Indikation, d. h. ein besonderer Grund, erforderlich ist.<\/p>\n<p>Vor 2012 war ein Test auf Chromosomenanomalien zwar auch schon m\u00f6glich, jedoch war hierf\u00fcr eine Fruchtwasserentnahme notwendig, die erst zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt der Schwangerschaft m\u00f6glich ist, und ein relativ hohes Risiko f\u00fcr eine Fehlgeburt in sich birgt.<\/p>\n<p>\u00dcber 90 % der Frauen, die vor der Geburt wissen, dass ihr Kind das Down Syndrom hat, lassen eine Abtreibung durchf\u00fchren.<\/p>\n<p>Bis jetzt m\u00fcssen die \u201cneuen\u201c Bluttests, die mehrere hundert Euro kosten, aus eigener Tasche bezahlt werden. Nun wird dar\u00fcber diskutiert, ob die Kosten f\u00fcr diese Bluttests von der Gesetzlichen Krankenversicherung \u00fcbernommen werden sollen. Damit h\u00e4tte jede schwangere Frau die M\u00f6glichkeit, einen solchen Test durchf\u00fchren zu lassen.<\/p>\n<p>\u00dcber die Zulassung neuer Behandlungsverfahren und neuer Medikamente und dar\u00fcber, welche davon von der Gesetzlichen Krankenversicherung \u00fcbernommen werden, entscheidet der Gemeinsame Bundesausschuss der \u00c4rzte und Krankenkassen (G-BA). Ausschlaggebend hierf\u00fcr ist der \u201etherapeutische Nutzen\u201c.<br \/>\nBei den obengenannten Bluttests gibt es aber keinen therapeutischen Nutzen, da eine Chromosomenanomalie nicht behandelt werden kann. Es ist deshalb eine politische Entscheidung, ob die Kosten f\u00fcr diese Bluttests zuk\u00fcnftig von der Gesetzlichen Krankenversicherung \u00fcbernommen werden sollen oder nicht.<\/p>\n<p>Aus diesem Grund fand am Donnerstag, den 11. April 2019, im Deutschen Bundestag eine so genannte Orientierungsdebatte zu diesem Thema statt.<br \/>\nBef\u00fcrworter einer Kosten\u00fcbernahme argumentierten, dass auch die Kosten f\u00fcr die risikobehaftete Fruchtwasseruntersuchung von der Krankenkasse \u00fcbernommen werden und die Verweigerung einer Kosten\u00fcbernahme f\u00fcr die risikolosen Bluttests eine soziale Diskriminierung darstellt.<br \/>\nGegner einer Kosten\u00fcbernahme argumentierten mit der Gefahr des Einstiegs in ein Screening auf Down-Syndrom: Alle vorgeburtlichen Tests, deren Anwendung urspr\u00fcnglich auf eine bestimmte Gruppe von Schwangeren, meist auf so genannte Risiko-Schwangere begrenzt war, werden mittlerweile von allen Schwangeren in Anspruch genommen. (Derzeit werden in Deutschland \u00fcber 60 % aller Schwangerschaften zu Risiko-Schwangerschaften erkl\u00e4rt.)<\/p>\n<p>Im Vorfeld zu dieser Bundestagsdebatte fand am Mittwoch, den 10. April eine farbenfrohe Demonstration vom Bundesgesundheitsministerium zum Brandenburger Tor statt, an der sich 200 bis 300 Menschen unter dem Motto \u201eInklusion statt Selektion\u201c beteiligten.<br \/>\nReden hielten unter anderem die Vorsitzende von downsyndromberlin e. V., die Initiatorin der unten genannten Petition gegen die Kassenzulassung der Bluttests Natalie Dedreaux, und die Bundestagsabgeordnete von B\u00fcndnis 90\/DIE GR\u00dcNEN Corinna R\u00fcffer.<\/p>\n<p>Demn\u00e4chst wird der G-BA \u00fcber die Kassenzulassung der Bluttests enttscheiden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>N\u00e4here Informationen:<\/h3>\n<p>&#8211; Petition gegen den Bluttest auf Down Syndrom als Kassenleistung:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.change.org\/p\/kassen%C3%A4rztliche-vereinigung-%C3%A4rztekammer-gba-der-deutsche-bundestag-ich-will-nicht-abgetrieben-werden-sondern-auf-der-welt-bleiben?signed=true&amp;expired_session=true\">https:\/\/www.change.org\/p\/kassen%C3%A4rztliche-vereinigung-%C3%A4rztekammer-gba-der-deutsche-bundestag-ich-will-nicht-abgetrieben-werden-sondern-auf-der-welt-bleiben?signed=true&amp;expired_session=true<\/a><\/p>\n<p>&#8211; Warum wir uns gegen eine Kassenzulassung des nichtinvasiven Pr\u00e4nataltests auf Trisomie 21 und weitere Trisomien aussprechen (Argumentationspapier gegen NIPT als Kassenleistung):<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.bioskop-forum.de\/media\/2019-04-10_argumentationspapier-gegen-nipt-als-kassenleistung.pdf\">http:\/\/www.bioskop-forum.de\/media\/2019-04-10_argumentationspapier-gegen-nipt-als-kassenleistung.pdf<\/a><\/p>\n<p>&#8211; Bericht des Ausschusses f\u00fcr Bildung, Forschung und Technikfolgenabsch\u00e4tzung (18. Ausschuss) gem\u00e4\u00df \u00a7 56a der Gesch\u00e4ftsordnung: Technikfolgenabsch\u00e4tzung (TA) &#8211; Aktueller Stand und Entwicklungen der Pr\u00e4nataldiagnostik<br \/>\n<a href=\"http:\/\/dipbt.bundestag.de\/doc\/btd\/19\/090\/1909059.pdf\">http:\/\/dipbt.bundestag.de\/doc\/btd\/19\/090\/1909059.pdf<\/a><\/p>\n<p>&#8211; Video der Orientierungsdebatte im Bundestag am 11. April 2019:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.bundestag.de\/dokumente\/textarchiv\/2019\/kw15-de-genetische-bluttests-633704\">https:\/\/www.bundestag.de\/dokumente\/textarchiv\/2019\/kw15-de-genetische-bluttests-633704<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Medienberichte:<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>\u00a0\u201eZutiefst ethische Fragen\u201c \u2013 Die Debatte \u00fcber Trisomie-Bluttests (Sendung im Deutschlandfunk vom 9. April 2019, 18.40-18.59 Uhr):<br \/>\n<a href=\"https:\/\/ondemand-mp3.dradio.de\/file\/dradio\/2019\/04\/09\/zutiefst_ethische_fragen_die_debatte_ueber_dlf_20190409_1840_ccd51753.mp3\">https:\/\/ondemand-mp3.dradio.de\/file\/dradio\/2019\/04\/09\/zutiefst_ethische_fragen_die_debatte_ueber_dlf_20190409_1840_ccd51753.mp3<\/a><\/li>\n<li>Warum Angst vor Down Syndrom? (Bericht in den kobinet-Nachrichten vom 10. April 2018)<br \/>\n<a href=\"https:\/\/kobinet-nachrichten.org\/de\/1\/nachrichten\/39971\/Warum-Angst-vor-Down-Syndrom.htm\">https:\/\/kobinet-nachrichten.org\/de\/1\/nachrichten\/39971\/Warum-Angst-vor-Down-Syndrom.htm<\/a><\/li>\n<li>Interview mit Natalie Dedreux am 11. April 2019 im Deutschlandfunk:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/debatte-um-trisomie-bluttest-down-syndrom-ist-keine.694.de.html?dram:article_id=446036\">https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/debatte-um-trisomie-bluttest-down-syndrom-ist-keine.694.de.html?dram:article_id=446036<\/a><\/li>\n<li>Kontrovers: Sind Kinder mit Behinderungen unerw\u00fcnscht? &#8211; Politisches Streitgespr\u00e4ch mit Studiog\u00e4sten und H\u00f6rern im Deutschlandfunk vom 15. April 2019 mit<br \/>\n&#8211; Prof. Sigrid Graumann, Philosophin und Mitglied im Deutschen Ethikrat<br \/>\n&#8211; Sandra Nedeleff, Mutter eines Kindes mit MCM-Syndrom<br \/>\n&#8211; Corinna R\u00fcffer, Behindertenpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen<br \/>\n&#8211; Prof. Andrew Ullmann, Obmann der FDP-Fraktion im Gesundheitsausschuss des Bundestages:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/trisomie-test-als-kassenleistung-sind-kinder-mit.1784.de.html?dram:article_id=446176\">https:\/\/www.deutschlandfunk.de\/trisomie-test-als-kassenleistung-sind-kinder-mit.1784.de.html?dram:article_id=446176<\/a><\/li>\n<li>\u201eEin lukrativer und stark umk\u00e4mpfter Markt\u201c (Artikel von Michael Zander in: der Freitag)<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/ein-lukrativer-und-stark-umkaempfter-markt\">https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/ein-lukrativer-und-stark-umkaempfter-markt<\/a><\/li>\n<li>\u201eIch f\u00fcrchte, dass keine Babys mit Down-Syndrom mehr geboren werden\u201c Sollten Krankenkassen vorgeburtliche Bluttests bezahlen? Betroffene sind sich uneinig. (Artikel von Niko Kappel in: jetzt [Onlinemagazin der S\u00fcddeutschen Zeitung] vom 13.05.2019)<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.jetzt.de\/politik\/trisomie-21-kassenfinanzierung-von-bluttests?sc_src=email_718069&amp;sc_lid=77905278&amp;sc_uid=ZYr8GG7Nxa&amp;sc_llid=733&amp;utm_medium=email&amp;utm_source=emarsys&amp;utm_content=www.jetzt.de%2Fpolitik%2Ftrisomie-21-kassenfinanzierung-von-bluttests&amp;utm_campaign=jtzt+Newsletter+13.05.2019\">https:\/\/www.jetzt.de\/politik\/trisomie-21-kassenfinanzierung-von-bluttests?sc_src=email_718069&amp;sc_lid=77905278&amp;sc_uid=ZYr8GG7Nxa&amp;sc_llid=733&amp;utm_medium=email&amp;utm_source=emarsys&amp;utm_content=www.jetzt.de%2Fpolitik%2Ftrisomie-21-kassenfinanzierung-von-bluttests&amp;utm_campaign=jtzt+Newsletter+13.05.2019<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bluttests zur Suche nach Chromosomenanomalien &nbsp; Seit Sommer 2012 gibt es Tests (z. 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